Das historische Schiesspulverwerk von St. Chamas

Inklusive Besichtigung von Miramas-le-Vieux

Typ
Spaziergang
Schwierigkeit
einfach
Dauer
2 h 30 min
öffentliche Verkehrsmittel
ja
Rundtour
ja
Schutzhütte
Ortschaft
Ausrüstung
Spaziergang

Einführung

Der Park am Gelände der ehemaligen Schiesspulverfabrik liegt am Rande des Étang de Berre. Er beherbergt ein reiches historisches, industrielles und natürliches Erbe mit einer bedeutenden Artenvielfalt.

Achtung die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit, siehe unten.

Im Jahr 1690 erwarb Ludwig XIV das Anwesen per königlichem Dekret, um dort die Pulvermühlen zu installieren. Sie erhielt den Namen Königliche Pulvermühle (Poudrerie Royale). Ihr Standort wurde aus Sicherheitsgründen gewählt, da er weitab von städtischen Zentren und in der Nähe des Hafens von Saint-Chamas liegt. Am Vorabend der Französischen Revolution war sie eine der wichtigsten der damals 18 in Betrieb befindlichen Pulvermühlen. Die Schiesspulverfabrik wurde erweitert und modernisiert, um der steigenden Nachfrage nach Schiesspulver und Sprengstoffen gerecht zu werden: 6 Hektar im Jahr 1823, 23 Hektar im Jahr 1879, 65 Hektar im Jahr 1885 und schliesslich 135 Hektar im Jahr 1950. Im Laufe der Jahre wurden Mühlen, Wasserspeicher, Werkstätten und sogar Deiche zur Landgewinnung auf dem Étang de Berre errichtet. Auch der Name änderte sich: Kaiserliche Schiesspulverfabrik und schliesslich Nationale Schiesspulverfabrik.

Dieses älteste Industriezentrum am Étang de Berre schloss am 30. Juni 1974 seine Tore. Nach dem Abriss der Fabriken und der zweijährigen Bodensanierung folgten über 25 Jahre des Leerstands aufgrund von Streitigkeiten zwischen den beiden Gemeinden, die sich das Gelände teilen: Miramas im Norden und Saint-Chamas im Süden. Während dieser Zeit war das Gelände für die Öffentlichkeit gesperrt und unbewohnt. Während dieser Zeit bilden sich im Gebiet spontan eine Reihe natürlicher Lebensräume mit bemerkenswerter biologischer Vielfalt. Besucher können drei Arten von natürlichen Lebensräumen beobachten: ein Schilfgebiet, einen Feuchtwald und einen trockenen mediterranen Lebensraum.

Die Fakten

8,4 km Gesamtstrecke

2 h 30 min Gehzeit

140 m Gesamthöhenunterschied

Orientierung mittel

Markierung 95% der Strecke

70% Forststrassen

15% befestigte ruhige Nebenstrassen

10% leichte Wege

<5% Parkanlagen

<5% querfeldein

<5% Treppen

Gefahren keine

Kinder ja, aber es ist lang

praktisch Picknick-Zeug

notwendig Trekkingschuhe, Wanderausrüstung und Wasser

GPS-Koordinaten (WGS84) des Start- und Endpunkts 43.55024375807387,5.03130810063023

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Öffentliche Verkehrsmittel

St. Chamas ist bequem mit dem Zug erreichbar, es gibt zahlreiche Verbindungen mit dem Regionalzugnetz TER PACA (nur französisch) auf der Strecke Marseille-Miramas. Allerdings ist der Bahnhof ein ganzes Stück vom Ausgangspunkt der Tour entfernt. Die Route führt bergab, und auf dem Rückweg geht es wieder bergauf. Verlasse den Bahnhof also in Richtung Norden, fahre links hinaus und biege gleich wieder links ab, um unter den Gleisen hindurch zu fahren.

Weiter unten erreichen wir die Hauptstrasse nördlich von Saint-Chamas. Wir überqueren sie an der Ampel am Zebrastreifen. Direkt gegenüber befindet sich eine Treppe, die hinunterführt. Unten angekommen, gehen wir rechts vor die beiden parallel verlaufenden Strassen und nehmen die linke. Wir gelangen in die schattigen Avenue Pasteur. Wir passieren das Rathaus und gehen weiter unter dem grossen Bogen der Pont de l'Horloge (Uhrenbrücke) hindurch. Darunter wird der Markt in Saint-Chamas abgehalten.

Am Ende der Rue Gambetta biegen wir rechts in die Rue Auguste Fabre ein, die uns wieder nach links führt. Wir befinden uns nun vorm Eingang der alten Pulverfabrik.

Für diese Strecke ab dem Bahnhof addiere bitte 1 Kilometer und 35 Höhenmeter zur Gesamtstrecke (Angaben für eine Richtung). Der Weg ist auch auf der Karte dieser eingetragen. Er ist auch im GPX-File auf dieser Seite zu finden.

Zufahrt mit dem Auto

Von Osten kommend (Marseille, Nizza, Durance-Tal) nimm die Ausfahrten der Autobahnen A7 und A8 in Richtung Berre-l'Étang, dann in Richtung Fare-les-Oliviers und weiter in Richtung St. Chamas. Wir passieren den Pont Flavien und biegen am Kreisverkehr am Ortseingang von St. Chamas links in Richtung Gendarmerie ab.

Von Westen (Arles) kommend passiere St.-Martin-de-Crau, fahre aber vor der Autobahn A54 ab und folge der Beschilderung Richtung Miramas. Die Durchfahrt durch die Stadt ist etwas kompliziert, man muss aber nach der Strasse D10 in Richtung Aix und Marseille Ausschau halten. Nach ein paar Minuten durch grünere Landschaft erreichen wir St. Chamas, das wir auf derselben D10 von Norden nach Süden durchqueren. Am Kreisverkehr an der Ortsausfahrt siehst du auf der linken Seite den Pont Flavien. Hier musst du die zweite Ausfahrt rechts Richtung Gendarmerie nehmen.

Wenn man von Norden (Luberon) kommt, nimmt man die Autobahn A7 bis Salon-de-Provence, wechselt auf die Autobahn A54 Richtung Arles und verlässt diese schnell in Richtung Salon, dem Stadtzentrum, dann in Richtung Lançon. Entlang der Strasse N113 biegt die Strasse D70 in Richtung Cornillon-Confloux ab und so nehmen wir eine Abkürzung durch die Landschaft. Fahre später links Richtung St. Chamas. An den folgenden Kreuzungen immer Richtung St. Chamas. Wir passieren den Pont Flavien und biegen am Kreisverkehr am Ortseingang von St. Chamas links in Richtung Gendarmerie ab.

In allen oben genannten Fällen an den nächsten beiden Kreisverkehren rechts abbiegen und unten der Rechtskurve folgen um am Rande des Étang de Berre weiter zu fahren. Wir kommen am Hafen vorbei und wenn sich die Strasse teil, halten wir uns links.

Sinnvolle Parkplätze

Die oben beschriebene Zufahrt bringt uns auf einen grossen Parkplatz. Man kann über diesen Platz noch weiter fahren, bis man nicht mehr nach Norden weiter kommt. Nun ist man an der Grenze zur Schwarzpulverfabrik angelangt und sollte spätestens hier parken. Der Zugang zum Areal ist anschliessend rechts.

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Schneideritmühle in St. Chamas, 1916

Photo von unmap/mapillary (Quelle) unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 am Stichtag 22. Januar 2026 hier ebenso übernommen. Vervielfältigung möglich bei Nennung der Autoren und Anwendung ebendieser Lizenz. (id8202)
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Kreuzung der Route de Marseille in St. Chamas

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Der Markt von St. Chamas unter der Uhrbrücke

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Plan für die Erweiterung der Pulverfabrik, 1849

Tipps

Die grösste Herausforderung besteht darin, vor Ort zu sein, wenn der Park der Pulverfabrik geöffnet ist. In der Regel ist dies jeden Mittwoch sowie am 1., 3. und 5. Sonntag im Monat der Fall. Alle drei Tore sind zu diesen Zeiten geöffnet. Das erste Tor, die sogenannte Porte du Théâtre de Verdure, befindet sich auf Stadtseite. Durch dieses Tor betreten wir das Gelände. Dann gibt es das Tor Entrée des Oliviers, durch das wir nach Miramas gelangen. Das dritte Tor liegt nordwestlich der unterirdischen Lagerhallen. Es heisst Porte de la Gare, obwohl es hier schon seit Langem keinen Bahnhof mehr gibt. Die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit, wir erläutern sie hier genauer.

Vom 1. April bis 30. Juni: Mittwochs und sonntags (1., 3. und 5. des Monats) von 9:00 bis 18:00 Uhr

Vom 1. Juli bis 31. August: Montag bis Freitag von 7:00 bis 12:00 Uhr

Vom 1. September bis 31. Oktober: Mittwochs und sonntags (1., 3. und 5. des Monats) von 9:00 bis 18:00 Uhr

Vom 1. November bis 31. März: Mittwochs und sonntags (1., 3. und 5. des Monats) von 9:00 bis 17:00 Uhr

Das Gelände bleibt bei starkem Wind oder erhöhter Waldbrandgefahr geschlossen.

Das Gelände ist weitläufig und ein Paradies für Läufer. DasFahrrad ist im Park erlaubt, eine änliche Tour ist unter Das historische Schiesspulverwerk von St. Chamas mit dem Fahrrad beschrieben.

Die ganze Region ist eine Zone mit hohem Waldbrandrisiko. Im Sommer aber auch in anderen Saisonen zu Zeiten mit grosser Trockenheit oder bei starkem Wind, kann der Zugang zu den Waldgebieten reglementiert sein. Folglich können die Strassen für den Verkehr gesperrt sein und/oder die Wege für Wanderer verboten werden. Aktuelle Auskunft: Karte zum Zugang zu Wäldern und exponierten Gebieten im Bouches-du-Rhône (nur französisch). Die Karte zeigt die Farben Grün, Gelb, Orange und Rot, die den Gefahrenstufen entsprechen.

Die Abschnitte

  1. Von St. Chamas zu den alten Pulvermühlen.
  2. Der Feuchtbereich, weitere Einrichtungen und eine Kapellenruine.
  3. Ein Besuch in Miramas-le-Vieux.
  4. Der Aussichtspunkt und unterirdische Einrichtungen.
  5. Das Denkmal, das Marschland und die Sumpfzypressen.

Abschnitt 1: Moulins à poudre

0,9 km ... 25 min 15 m 15 m einfach

15% befestigte ruhige Nebenstrassen, schlechte Markierung

45% Forststrassen, schlechte Markierung

10% querfeldein, ohne Markierung

30% Forststrassen, schlechte Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Portail du Théâtre de Verdure, 2 m
  • Mühle Nummer 22, 10 m
  • Allee, 1 m

Es ist unmöglich, die alte Pulverfabrik in logischer und chronologischer Reihenfolge zu durchwandern, sie wurde sehr lange genutzt, und viele Spuren sind zerstört worden. Wir werden gegen den Uhrzeigersinn vorgehen und uns in diesem Abschnitt hauptsächlich in der Nähe der Felswand aufhalten.

Wir betreten die ehemalige Pulverfabrik durch das Tor, durch das früher alle Arbeiter gingen. Die beiden Gebäude rechts und links davon tragen Uhren.

Weiter vorne kommen wir zu einem Kreisverkehr, an dem wir uns rechts halten um dann einem Fussweg zum heutigen Eingang des ehemaligen Fabrikgeländes zu folgen.

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Zugang zur Pulverfabrik über den Place de Gaulle

1999 wurde das Projekt zur Schaffung des Parks der Poudrerie Royale ins Leben gerufen. Lokale Behörden, ehemalige Arbeiter der Schiesspulverfabrik sowie Geschichts- und Naturliebhaber schlossen sich zusammen, um das Gelände wiederzubeleben. Die staatliche Naturschutzorganisation Conservatoire du Littoral übernahm 2001 den Besitz. Grosse Flächen wurden in Fusswege umgewandelt.

Dieses Tor ist bei Parkschliessung geschlossen, ebenso wie alle anderen Tore im Park.

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Zugang zur Pulverfabrik von St. Chamas

Rechts der Strasse verläuft ein breiter Kanal, der Wasser aus den hydraulischen Anlagen nach Süden leitete. Er ist heute ausser Betrieb.

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Kanal innerhalb der Pulverfabrik

Einige Meter weiter vorne befindet sich das bedeutendste erhaltene Denkmal der Anlage: eine Gruppe von Wassermühlen, von denen einst mehrere identische weiter vorne entlang der Felswand standen.

Von den ursprünglich 24 Mühlen sind nur noch drei erhalten: die Gebäude 23 und 24, in denen Pulvermühlen untergebracht waren (unten), und Mühle 22 (eine Ebene höher).

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Mühlen 22, 23 und 24 der Pulverfabrik von St. Chamas

Unter Ludwig XIV benötigten die Pulvermühlen und später die Fabriken Wasserkraft für ihren Betrieb. So entstand ein komplexes Netz zur Wasserversorgung und -ableitung, das nach und nach ausgebaut wurde. Die Kanäle waren mit Ziegeln ausgekleidet.

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Schema des Wassernetzes am Pulvermühlengelände

Die Antriebskraft lieferte Wasser mit einer Durchflussmenge von 2000 bis 2200 Litern pro Sekunde. Die Mühlen, die in zwei parallel zum Kanal angeordneten Hauptreihen lagen, wurden von zehn Wasserrädern mit 6 Metern Durchmesser in der oberen und zehn Wasserrädern mit 5 Metern Durchmesser in der unteren Reihe angetrieben. Alle diese Anlagen erzeugten zusammen etwa 300 PS.

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Modell der in St. Chamas parallel angeordneten Pulvermühlen

Der untere Teil der Anlage bestand aus zwei Holzteilen: dem Mörser und dem Stössel. Das System ähnelt den Fallhämmern in Schmieden. Der Stössel wird durch die Drehung einer Nockenwelle angehoben. In der angehobenen Position wird er freigegeben und fällt mit seinem vollen Gewicht auf die Mischung im Becken zurück.

Bis 1934 wurde ausschliesslich Wasserkraft genutzt, bevor sie schrittweise durch Strom aus städtischen Kraftwerken ersetzt wurde.

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Hydraulisches Mühlsteinsystem der St. Chamas-Pulvermühle

Zwei Räder drehten sich in einem Becken in entgegengesetzte Richtungen. Sie wurden von einem System aus Holz- und Stahlzahnrädern angetrieben. Diese beiden Räder zerkleinerten Salpeter, Holzkohle und Schwefel. Wasser wurde hinzugefügt, um Explosionen zu verhindern. Die so entstandenen Pellets werden anschliessend in der bereits erwähnten Trockenhalle getrocknet.

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Schema eines Mühlsteins zur Schwarzpulverherstellung

Die Idee, ein Wasserrad nachzubauen, entstand durch den noch sichtbaren kreisförmigen Reibungsabdruck an der Wand der oberen Mühle (Nummer 22). Der Wasserdurchfluss ist heute nicht mehr derselbe wie ursprünglich, hauptsächlich aus Umweltschutzgründen. Es ist wichtig, nicht zu viel Süsswasser in Brackwassergebiete einzuleiten. Dieser Fehler wurde im gesamten Étang de Berre viel zu lange begangen.

Die Wasserzufuhr beträgt 25 Liter pro Sekunde. Das Schaufelrad hat 24 Schaufeln, einen Durchmesser von 610 Zentimetern und eine Breite von 80 Zentimetern. Die Achse wiegt 600 Kilogramm, das Gesamtgewicht beträgt etwa 4 Tonnen.

Ein Schaufelrad wird durch die Kraft des darüber fliessenden Wassers angetrieben. Es besteht aus einer Reihe von trogförmigen Kammern, den sogenannten Schaufeln. Diese verhindern, dass Wasser in die Welle zurückfliesst. Es ist ein verbessertes Schaufelrad, da es, anstatt mit flachen, von der Strömung angetriebenen Schaufeln, durch das Gewicht des Wassers in den Schaufeln bei gleicher Durchflussmenge deutlich mehr Kraft entfaltet und sich aufgrund seiner Trägheit gleichmässiger dreht. Allerdings benötigt es einen Wasserfall, während ein Schaufelrad auch ohne Wasserfall durch fliessendes Wasser angetrieben werden kann.

Verschiedene Dokumente aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert belegen, dass sich die Mühlräder je nach Bedarf der jeweiligen Mühle zwischen 6 und 10 Mal pro Minute drehten. Jedes Rad trieb Zahnräder an, die die Mahl-, Sieb- oder Granuliermaschinen antrieben. Wasserkraft wurde zwischen 1690 und 1940 für die Schiesspulverindustrie genutzt. In diesem Jahr wurden die letzten Mühlen (Nummern 23 und 24, die heute noch stehen) elektrifiziert.

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Restauriertes Wasserrad der Pulverfabrik St. Chamas

Wir biegen zweimal rechts ab, um in den unteren Teil der Mühlen zu gelangen. Hier finden wir Informationstafeln und Modelle.

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Überreste einer Mühle in der Pulverfabrik von St. Chamas

Wir erläutern hier auch einige der kleineren Unfälle, die in der Pulverfabrik ereignet haben.

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Foto nach einer Pulvermühlenexplosion Ende des 19. Jahrhunderts

Wir verlassen die unteren Mühlen und biegen rechts zum höchsten Punkt ab. Hier steht eine weitere Mühle, sie nutzte als erste die Wasserkraft, welche anschliessend über einen Aquädukt zu den tiefer gelegenen Mühlen geleitet wurde.

Die obere Mühle diente dem Mahlen, einem Prozess, bei dem die Basismischung durch Reibung zerkleinert wird. Das Gebäude ist leer, und die gesamte Ausrüstung fehlt, obwohl sich in der unteren Mühle ein Modell davon befindet.

Der Bogen des Viadukts, der das Wasserrad antrieb, ist jedoch noch vollständig erhalten. Das Wasser floss aus einem unterirdischen Kanal in der Felswand und speiste das Rad von oben.

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Aquädukt zwischen den Mühlen

Die Fabrikhallen waren U-förmig angelegt, mit der Öffnung zur Felswand gerichtet, um die Druckwelle einer möglichen Explosion dorthin zu lenken und den Schaden zu minimieren. Die Gebäude waren nur leicht mit Planen gedeckt, und die Fassaden bestanden aus grossen Fenstern, um die Ansammlung explosiver Gase zu verhindern.

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Überreste einer Mühle in der Pulverfabrik von St. Chamas

Im Obergeschoss befindet sich hinter einem Geländer ein alter Hydrant. Er ist vermutlich nicht mehr mit Wasser versorgt, und die Armaturen entsprechen nicht den heutigen Modellen.

Wer abenteuerlustig ist, kann das Geländer erklimmen und den Safre-Turm aus der Nähe erkunden.

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Historischer Hydrant in der Pulvermühle von St. Chamas

Hoch oben auf dem Hügel gelegen, mit einem Aussichtsposten und einer Sirene ausgestattet, erfüllte der Safre-Turm mehrere Zwecke. Als Wetterwarte ermöglichte er den Arbeitern, das Eintreffen von Seebrisen und Regen vorherzusehen und das im Freien zum Trocknen liegende Schiesspulver rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Er diente auch als Überwachungsposten für die Werkstätten und der Arbeiter. Seine Hauptfunktion war natürlich die Ausschau nach dem kleinsten Anzeichen von Feuer. Ab 1792 stand der Turm unter militärischer Kontrolle.

Dieses halbhöhlenartige Bauwerk ist in seinem unteren Teil in den Hügel integriert, den es mit einem nach 1830 errichteten gemauerten Teil überragt.

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Der Safre-Turm

Eine Treppe führt zum unteren Teil des Turms. Hier ist der ausgehobene Kanal zu sehen, der die Mühlenkette versorgte.

Die Treppe, die innne nach oben führt, ist jedoch verschlossen. Kehren wir zurück in den für Besucher zugänglichen Bereich.

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Galerie und Kanal unter dem Safre-Turm

Ganz oben, an der Felswand hinter Mühle Nr. 22, befindet sich diese Stahlvorrichtung.

Die Kontrolle war bei diesem militärisch wichtigen Werk von entscheidender Bedeutung. Auch die Kontrollierenden selbst mussten überwacht werden, was mit einem Collin-Wagner-Wächter geschah. Die Vorrichtung besteht aus zwei separaten Teilen: einem Chronometer und einem gusseisernen Kasten. Der gusseiserne Kasten ist an jedem der vom Wächter zu kontrollierenden Posten in die Wand eingelassen. Jeder Kasten enthält einen Stempel, der jeweils mit einem anderen Buchstaben endet. Die Kästen sind mit einer Tür versehen, die den Stempel tagsüber vor Beschädigungen schützt.

Der Nachtwächter öffnet diese Türen bei der ersten Patrouille und schliesst sie bei der letzten. Im Beispiel in der Nähe von Mühle Nr. 22 fehlen Tür und Stempel. Im Beispiel rechts ist die Tür vorhanden, aber geschlossen.

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Gusseiserner Kasten der Collin-Wagner-Kontrolle für Nachtwächter

Der Kasten wird mit einem Zahlenschloss geöffnet. Der Wachmann muss bei Ankunft an der ersten Station entwerten. Dieser Vorgang muss an jeder Station wiederholt werden. Am Ende der Patrouille ist ein vollständiges Wort gedruckt. Dieses Wort wird bei jeder weiteren Patrouille wiederholt. Die Buchstaben stehen nicht in derselben Zeile, wenn die Patrouille nicht in der korrekten Reihenfolge durchgeführt wurde.

Die Ausdrucke ähneln stark den Fahrtenschreibern, die zur Erfassung der Pausenzeiten von Lkw-Fahrern verwendet werden.

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Anzeige für Collins ständigen Nachtpatrouillen-Kontroller

Wir gehen von der oberen Mühle hinunter zum geradlinigen Weg und biegen rechts ab.

An verschiedenen Stellen innerhalb der Pulvermühle sind noch Strukturen erhalten, deren Entstehungszeitpunkt oft schwer zu bestimmen ist. Dieser Laternenpfahl diente vermutlich auch als Strommast. Diese Bauweise war bis in die 1960er-Jahre üblich.

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Alte Strassenlaterne der Pulvermühle von St. Chamas

Auf diesem Weg steht links als erstes eine verfallenes, dachloses Haus. Ein Schild weist darauf hin, dass es sich um einen Trockenschuppen handelte, doch die Struktur entspricht nicht dem unten sichtbaren Grundriss. Andere Quellen beschreiben das Gebäude als Krankenstation oder Werkstatt. Seine Nutzung hat sich im Laufe der Zeit zweifellos verändert.

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Ehemalige Werkstatt der Pulvermühle aus dem Jahr 1848

Der Trockenschuppen befand sich wahrscheinlich ebenfalls hier in der Nähe der Felswand, jedoch abseits der grossen Bäume. Er stand vermutlich auf der anderen Strassenseite, wo die Bäume heute kleiner sind.

Die Herstellung von Schwarzpulver erfordert das nacheinander Vermischen verschiedener Komponenten. Während dieser 21-stündigen Vorgänge wird die Mischung befeuchtet, um eine Detonation zu verhindern. Anschliessend muss sie getrocknet werden. Während dieses Trocknungsprozesses besteht ständig Explosionsgefahr, weshalb die Trockenhalle weit entfernt von den anderen Produktionsstätten lag.

Die Trocknung erfolgte im Freien. Die Schwarzpulverpellets wurden auf 637 Tischen ausgebreitet, bis sie vollständig trocken waren.

Im Jahr 1883 wurde in diesem Gebäude ein 11 Quadratmeter grosser Dampftrockner mit elektrischen Ventilatoren installiert. Von dieser Anlage ist heute nichts mehr erhalten.

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Zeichnung der Pulvertrockenhalle von St. Chamas

Kurz nach dem zerstörten Haus finden wir auf der rechten Seite Bänke und Picknicktische.

Gehen nun dort nicht geradeaus weiter, sondern biege rechts ab.

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Eine Bank im Park der Pulvermühle von St. Chamas

Abschnitt 2: Le nord-ouest de la poudrerie

2,1 km ... 45 min 35 m 5 m einfach

<5% Forststrassen, schlechte Markierung

15% leichte Wege, schlechte Markierung

25% Forststrassen, schlechte Markierung

20% leichte Wege, schlechte Markierung

35% Forststrassen, schlechte Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Allée, 1 m
  • Maison du Directeur, 3 m
  • Grosse Halle, 7 m
  • Kapelle und Waschhaus, 15 m
  • Porte des Oliviers, 30 m

Wir beiben nah an der Felswand und steigen später in den trockeneren Teil des Anwesens hinauf.

Der Weg wird allmählich schmaler, und wir gelangen in einen dichteren, feuchteren Wald.

Nichts hier ist natürlich. Selbst das Wasser des Wasserfalls stammt aus einem Überlauf des Boisgelin-Bewässerungssystems, das vom Fluss Durance gespeist wird. Dies erklärt, warum dieser künstliche Wasserfall auch trockenfallen kann und nicht vom Regen abhängig ist.

Derzeit wird dieser Überlauf reguliert, um bestimmte Kanäle zu versorgen, ohne zu viel Frischwasser in dieses überwiegend brackige Naturgebiet einzubringen.

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Der künstliche Wasserfall in der Pulvermühle von St. Chamas

Der unbefestigte Weg geht in einen Holzsteg über die Feuchtgebiete über. Diese Abschnitte sind schmal.

Ein kurzer Pfad führt zu einem Teich, der nur wenige Meter entfernt liegt.

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Ein Teich der Pulvermühle von St. Chamas

Er eignet sich gut zur Beobachtung von Vögeln und Süsswasserinsekten, da das Wasser hier nicht brackig ist.

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Ein Teich in der Pulvermühle von St. Chamas

Rund um das ehemalige Direktoren-Sumpfgebiet wächst exotische Vegetation, darunter Mammutbäume, Ginkgos und Eiben, die die Direktoren Mitte des 19. Jahrhunderts pflanzten. Ein so genannter französischer Garten schmückte das Gelände ebenfalls.

Der Mammutbaum (Sequoia) stammt von der Pazifikküste der Vereinigten Staaten. Er benötigt viel Wasser. Dieses Exemplar ist über 100 Meter hoch.

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Sequoiabaum im Park der Pulvermühle von St. Chamas

Hinter dem Teich erstreckt sich ein Feuchtwald, der hauptsächlich aus Weisspappeln und Schmalblättrigen Eschen besteht. Seltenere Bäume wie Schwarzpappeln sind hier ebenfalls zu finden, ebenso wie Stieleichen, verschiedene Ahornarten und Sumpfzypressen, die charakteristischen Bäume der Pulvermühlen, an denen wir auf dem Weg hierher vorbeigekommen sind.

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Weg zwischen Wasserfall und Direktorenhaus

Wir erreichen eine Lichtung mitten im Wald.

Vom Direktorenhaus ist nur noch eine Betonplatte mit Blick auf den Teich erhalten. Die Hauswände verschwanden ab 1974.

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Standort des Direktorenhauses der Pulvermühle

Nach dem Haus des Direktors nehmen wir an der Weggabelung den linken Weg. Wir gelangen zu einer grösseren Kreuzung, wo wir auf einem breiteren Waldweg geradeaus weitergehen. 50 Meter weiter, biegen wir rechts ab.

Wir betreten eine Art Gasse, gesäumt von verschiedenen Gebäuden, die einst als Produktionswerkstätten dienten. Sie sind entweder verbarrikadiert oder offen und leer.

Die Werkstätten sind durch überdachte Gänge miteinander verbunden. Offensichtlich wurden Teile von einer Werkstatt zur anderen transportiert.

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Installation aus den 1950er Jahren

Dieser Teich für Florida-Schildkröten ist eine Besonderheit auf dem Gelände des Conservatoire du Littoral, da es sich um eine invasive Art handelt, deren Verkauf und Einführung seit 1997 verboten ist. Sie hat keine natürlichen Feinde und überträgt Krankheiten, darunter Salmonellen, auch auf den Menschen. Die Schildkröten hier stammen aus den ehemaligen Pulverfabriken und werden isoliert gehalten, um die Natur zu schützen.

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Florida-Schildkrötenteich

Hier finden wir Installationen aus den 1970er-Jahren, wie beispielsweise dieses Telefon, das natürlich nicht mehr angeschlossen ist.

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André telefoniert

Wir erreichen eine grosse Halle, die 1918 erbaute wurde und von der jüngeren Geschichte der Sprengstoffherstellung zeugt.

Nachdem das Gelände vom Conservatoire du Littoral erworben wurde, dient sie heute als Besucher- und Veranstaltungszentrum.

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Halle des mit Ausstellung

Die Exponate in der grossen Halle sind im Jahr 2023 recht verstaubt. Sie konzentrieren sich hauptsächlich auf die Arbeit des Conservatoire du Littoral im Allgemeinen.

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Ausstellung in der Halle

Doch auch der ursprüngliche Zweck des Geländes, die Sprengstoffherstellung, wird hervorgehoben. Bis zu ihrer Schliessung wurden in der Halle Granaten und Torpedos gefertigt, von denen Verpackungen noch heute zu sehen sind.

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Holzkiste für 81-mm-Mörsergranaten

Die Kisten sind vollständig, einschliesslich der Warnhinweise für Militärangehörige.

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Informationen in der Holzkiste für 81-mm-Mörsergranaten

An der anderen Seite der Halle bemerken sofort einen ungewöhnliches Zylinder.

Zur Zeit der Pulverfabrik befanden sich mehrere solcher Schutzbauten in der Nähe des Teichs. Laut den Berichten der Fabrikarbeiter dienten sie der Überwachung und dem persönlichen Schutz bei Sprengstofftests.

Wenn man vor dem Schild bei dem Zylinder steht, sieht man vorne zwei Wege. Wir nehmen nun den linken der auch leicht nach links abbiegt. Er führt anschliessend bergauf.

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Einzelunterstand

Dieser Weg führt uns direkt zu einer verlassenen Kapelle.

Die St.-Vinzenz-Kapelle ist trotz ihres ruinösen Zustands bemerkenswert und einzigartig. Sie hat eine halbtroglodytische Bauweise mit einem zweijochigen Kirchenschiff, von dem eines an einen Felsvorsprung in den Fels gebaut ist.

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Zugang zur St.-Vinzenz-Kapelle

Der Kanal, der durch das Kirchenschiff verläuft, versorgte eine Getreide- und Ölmühle, die als Moulin Neuf von 1736 bekannt war. Sie befindet sich noch immer auf dem Gelände, das heute militärisch genutzt wird.

Die Kapelle ist im provenzalisch-romanischen Stil gehalten und besitzt ein leicht spitzbogiges Tonnengewölbe, das von Querbögen getragen wird und wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert stammt. Die Datierung der Aussenmauern ist noch nicht vollständig geklärt, sie könnten sogar noch älter sein.

Anfang des 20. Jahrhunderts annektierte die Pulverfabrik die südlichen Ausläufer des Dorfes Miramas-le-Vieux, einschliesslich der Kapelle und des umliegenden Friedhofs. Während der Weltkriege diente sie als Unterkunft für Soldaten.

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Höhlenkapelle der St.-Vinzenz-Kapelle

Das etwas weiter unten gelegene Waschhaus weist historische Bauelemente auf, die sein hohes Alter belegen. Dazu gehören Kanonen mit Löwenköpfen.

Wir verlassen diesen Ort in Richtung Osten, immer noch leicht bergab.

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Das Waschhaus der Pulvermühle von St. Chamas

Wir gehen von der Kapelle weiter Richtung Süden. Der Weg führt zwischen zwei Zäunen entlang und mündet neben einem Haus auf eine alte Strasse. Wir biegen rechts und dann sofort links ab.

Man erreicht nun einen flacheren, offeneren Bereich. Wir nehmen den unbefestigten Weg links für einen kurzen Abstecher zu einem Aussichtspunkt.

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Hier abbiegen Richtung Banc des Amoureux

Dieser kurze Abstecher führt uns hinauf zum Aussichtspunkt Banc des Amoureux. Dort steht tatsächlich eine Bank, und nur wenige Menschen verirren sich hierher.

Der Blick auf den Teich ist durch die hohen Bäume verdeckt, aber wir können in das Gebiet sehen, das heute noch vom Militär genutzt wird.

Der von hier aus sichtbare Wald stammt noch aus der Zeit des Pulvermfabrik. Die Bäume erfüllten mehrere Zwecke: sie begrenzten die Ausbreitung der zerstörerischen Druckwelle im Falle einer Explosion, stabilisierten das dem See abgerungene Land und spendeten den Werkstätten Schatten.

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Blick auf den Étang de Berre vom Banc des Amoureux

Im Absteig vom Aussichtspunkt und kurz vor der Kreizung sehen wir links ein eingezäuntes Waldstück. Dort befinden sich Sockeln von Chemikalientanks.

Diese Betonsockel trugen Tanks mit Säuren, die von den darunterliegenden Produktionsanlagen verwendet wurden. Dadurch waren keine Pumpen nötig, da die Flüssigkeiten durch die Schwerkraft nach unten flossen.

Wir kehren dann zur Strasse zurück. Sie schlängelt sich in weiten Kurven zwischen Zäunen hindurch. Nach einer Rechtskurve und einer Linkskurve nehmen wir an der Gabelung die erste Abzweigung rechts. Dieser Weg führt uns zu einem der Tore des Areals, dem Olivenhain-Tor. Hier verlassen wir es und gehen hinauf nach Miramas-le-Vieux.

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Betonfundamente von Bauwerken aus der Zeit der Granatenherstellung in von St. Chamas

Abschnitt 3: Miramas-le-Vieux

1,4 km ... 30 min 50 m 50 m mittel

5% Forststrassen, schlechte Markierung

<5% Treppen, schlechte Markierung

10% befestigte ruhige Nebenstrassen, schlechte Markierung

10% Parkanlagen, ohne Markierung

10% befestigte ruhige Nebenstrassen, schlechte Markierung

5% Treppen, ohne Markierung

30% befestigte ruhige Nebenstrassen, schlechte Markierung

<5% Treppen, schlechte Markierung

25% befestigte ruhige Nebenstrassen, schlechte Markierung

<5% Treppen, schlechte Markierung

5% Forststrassen, schlechte Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Tor Porte des Oliviers, 30 m
  • Kapelle St.-Julien, 45 m
  • Burg Château de Miramas, 75 m
  • Tor Porte des Oliviers, 30 m

Unweit nördlich der Pulverfabrik liegt das hochgelegene provenzalische Dorf Miramas-le-Vieux. Obwohl die Umgebung ganz anders ist als das Industriegebiet, lohnt sich der Abstecher.

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Tatsächlich befinden sich am Fusse von Miramas Olivenhaine.

Nach dem Tor biegen wir rechts ab.

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Miramas von Süden gesehen

Wir überqueren die Strasse und steigen die wenigen Stufen hinauf, um zu einer weiteren kleinen Strasse zu gelangen, auf der wir unseren Weg bergauf fortsetzen.

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Treppe zum Friedhof

Durch die Olivenbäume kann man das Dorf auf dem Hügel sehen. Hier ist ein Foto aus dem Frühling, auf dem die Wiesen blühen.

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Frühlingswiese im Olivenhain am Fuße von Miramas-le-Vieux

Auf diesem Anstieg kommen wir zum alten Friedhof von Miramas. Hier steht auch die ehemalige Pfarrkirche, die heute nur noch als Friedhofskapelle dient. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Archivolt der Tür mit länglichen Keilsteinen ist mit einem Sternenband verziert.

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Die St.-Martins-Kapelle auf dem Friedhof von Miramas-le-Vieux

Andere Gräber berühmter lokaler Persönlichkeiten werden auf einer Tafel am Friedhof angezeigt.

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Grab eines lokalen Ingenieurs am Friedhof von Miramas

Der Friedhof ist sehr ruhig, man kann hier eine Pause vor der Dorfbesichtigung einlegen.

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Pause bei der St. Martin Kapelle

Wir verlassen das Friedhofsgelände und biegen rechts bergauf ab. Der Hang ist steil und der Untergrund sehr uneben, wir müssen unsere Fahrräder hier wahrscheinlich schieben.

Oben angekommen, erreichen wir einen kleinen Platz mit zwei grossen Platanen, einem Waschhaus und einem Brunnen.

Vom Platz aus gehen wir die Treppen hinauf und gehen dann links unter der grossen Stützmauer hoch.

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Place de la Fontaine Castagneur

Wenn es etwas flacher wird, biegen wir rechts ab und folgen den Mauern nördlich des Dorfes.

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Rue Frédéric Mistral in Miramas

Wir passieren einige Treppen, die häufig ihre Richtung ändern.

Dies ist ein öffentlicher Durchgang.

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Entlang der Stadtmauer von Miramas

Manchmal öffnet sich der Blick auf das Plateau im Norden.

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Der Étang de Berre von Miramas aus gesehen

Wir halten uns so nah wie möglich am nördlichen Dorfrand.

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Entlang der Stadtmauer von Miramas

Dies ist keine private Terrasse, sondern ein öffentlicher Durchgang.

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Entlang der Stadtmauer von Miramas

Wir erreichen einen kleinen Platz, wo wir nicht mehr am Rand der Felswand entlanggehen können.

Daher biegen wir links ab und gehen an der Kirche Saint-Julien vorbei, die ihren Namen von der alten Kirche hat, die wir auf dem Friedhof gesehen haben. Sie wird auch Notre-Dame de Beauvezer genannt, nach dem Namen des ehemaligen Priorats von Miramas. Sie stammt wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert.

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Die Kirche von Miramas

Wir gehen unter einem Strebebogen der Kirche hindurch und biegen vorne rechts in die Rue Frédéric Mistral ein.

Die Ursprünge der modernen Stadt Miramas, weiter nördlich gelegen, sind in Miramas-le-Vieux zu finden, das sich unter dem Schutz seiner auf einem Felsvorsprung thronenden Burg entwickelte. Es hat seine typischen provenzalischen Bergdorfgassen bewahrt.

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Ein Strebebogen der Kirche von Miramas überspannt die Allee

Fahre an der nächsten Kreuzung geradeaus und biege dann rechts in die Rue Laure ein, um einen weiteren Aussichtspunkt zu erreichen.

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Rue Laure während des Flohmarkts

Wir erreichen einen weiteren Platz mit Blick nach Norden.

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Die Autoren der Website auf den Wällen nördlich von Miramas

Im Nordosten befinden sich sehr trockene Kalksteinplateaus.

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Das Tal mit der Strasse nördlich von Miramas

Die Stadt blieb lange im Besitz der Mönche der Abtei Montmajour, die sie als Wehranlage ausbauten.

Die Burgruine stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist wegen Einsturzgefahr nicht zugänglich. Man kann sie jedoch umrunden.

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Ruinen der Burg von Miramas

Links steht ein Aleppo-Kiefer, der im Jahr 2000 ausgezeichnet wurde.

Wir gehen die Strasse einige Meter bergab.

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Aleppo-Kiefer in Miramas

Auf der anderen Seite des Dorfes sehen wir den Étang de Berre wieder.

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Der Étang de Berre, gesehen von der Strasse nach Miramas

Wir gehen zurück zum Torbogen in der Wehrmauer unterhalb der Burg. Das Tor war lange Zeit gesperrt, nun können wir daduch wieder aufwärts gehen.

Oben folgen wir zunächst wieder der Gasse, die wir heraufgekommen sind.

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Der Fels und die Porte Notre-Dame von Miramas

An der ersten Kreuzung biegen wir jedoch rechts ab, dies ist die Rue Coupo Santo.

Nach weniger als 20 Metern biegen wir links bergab ab.

Photo von sogefi/mapillary unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 am Stichtag 4. November 2025 hier ebenso übernommen. Vervielfältigung möglich bei Nennung der Autoren und Anwendung ebendieser Lizenz. (id8119)
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Rechts abbiegen in die Rue Coupo Santo

Wir gelangen auf einen kleinen Platz oberhalb des unteren Dorftors.

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Das südliche Tor Miramas mit Panoramaterrasse

Man kann auf das Tor steigen und von dort aus einen weiteren Aussichtspunkt mit Panoramatisch erreichen. Wir sehen erneut den Étang de Berre und einen Teil der Pulverfabrik.

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Panoramablick vom südliche Stadttor in Miramas

Wir gehen unter dem Tor hindurch und setzen unseren Weg fort. Es wird steiler.

Wir kehren zum Platz mit dem Waschhaus und den beiden grossen Platanen zurück und nehmen wieder den Weg zum Friedhof und weiter abwärts.

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Rue Frédéric Mistral bergab

Wir kehren zur Treppe zurück, überqueren die Strasse erneut und betreten wieder das Gelände der alten Schiesspulverfabrik.

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Strasse zwischen Miramas und der Pulverfabrik

Abschnitt 4: La vigue et les tunnels

1,8 km ... 20 min 35 m 45 m mittel

10% Forststrassen, schlechte Markierung

5% leichte Wege, schlechte Markierung

<5% Treppen, schlechte Markierung

5% leichte Wege, schlechte Markierung

<5% Treppen, schlechte Markierung

5% leichte Wege, schlechte Markierung

75% Forststrassen, schlechte Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Tor Porte des Oliviers, 30 m
  • Ausguck, 37 m
  • Unterirdische Speicher, 7 m
  • Oleumfabrik, 6 m

Die Anlagen der Pulverfabrik im nördlichen Teil.

Nachdem wir das Tor passiert haben, gelangen wir zurück auf die Strasse mit ihren langen Kurven. Wir biegen rechts ab.

Von dieser Strasse aus hat man schon einige Ausblicke auf den Étang de Berre. Bald werden wir aber noch einen viel besseren erreichen.

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Blick auf den Étang de Berre von der weiten Kurve unter dem Aussichtspunkt

Wir biegen links ab, sobald die Strasse wieder flacher wird.

Wir befinden uns nun auf einem deutlich schmaleren Feldweg.

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Hier abbiegen, um zum Aussichtspunkt zu gelangen

Im Jahr 2023 wurde hier ein Foto aus den frühen 1960er-Jahren gezeigt, das einen starken Kontrast zur heutigen grünen Landschaft bildete.

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Foto der Anlagen in den 1960er Jahren im heutigen Rahmen

Alle diese Gebäude wurden abgerissen, um das Gelände zu renaturieren. Selbstverständlich sind Industrien notwendig, und leider gilt das auch für Rüstungsindustrien, wie beispielsweise die Schiesspulverfabrik zu ihrer Zeit, aber diese können in weniger umweltsensiblen Gebieten angesiedelt werden.

Photo von André M. Winter unter der Lizenz PD am Stichtag 3. November 2025 hier ebenso übernommen. Vervielfältigung ohne schriftlicher Zustimmung des Autors zulässig. (id8095)
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Die Anlage in den 1960er Jahren

Wir erreichen eine Treppe, und andere folgen ein Stück weiter.

Rund um den Aussichtsposten erstreckt sich die Garrigue mit Zistrosen, Rosmarin, Thymian und Kermeseichen. Die trockenen Grasflächen beherbergen zahlreiche Orchideen, die im Frühling blühen.

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Aufstieg zum Ausguck der Pulvermühle

In der Nähe des Aussichtspostens befinden sich Zylinder und Betonblöcke für Tanks. Dies ist der höchste Punkt.

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Betonfundamente von Säuretanks aus der Zeit der TNT-Herstellung

Mehr als fünfzig Jahre sind vergangen, seit diese Bauwerke zuletzt genutzt wurden, doch sie sehen aus wie neu.

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Betonfundamente von Säuretanks aus der TNT-Produktion

Es sind nur noch wenige Meter bis zum natürlichen Aussichtspunkt.

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Der Weg zum Aussichtspunkt der Pulverfabrik von St. Chamas

Wie der Safre-Turm bietet auch der Aussichtsposten einen natürlichen, erhöhten Aussichtspunkt, von dem aus die Aktivitäten der Fabriken überwacht werden konnten.

Die runde Betonplatte am Boden sollte im Zweiten Weltkrieg als Standort für eine Flugabwehrkanone dienen.

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Blick vom Aussichtsposten

Das Gebiet westlich der ehemaligen Pulverfabrik weist dieselben von Menschenhand geschaffenen Strukturen auf, die heute verlassen und von der Natur und dem Teich zurückerobert wurden. Auch dieses Gebiet ist gesperrt, ausgenommen sind einige Säugetiere wie Wildschweine.

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Die Teiche der St. Chamas Pulverfabrik

Dies ist der nordwestliche Teil der ehemaligen Pulverfabrik. Man kann Kanäle und Land sehen, das dem Teich abgerungen und später wieder verloren ging. Dies sind die nördlichen Teiche des Étang de Berre. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet, dessen Betreten verboten ist. Ohne ein schmales Kanu wäre ein Vordringen dorthin ohnehin unmöglich.

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Die Teiche der Pulverfabrik von St. Chamas

Vom Aussichtspunkt kehren wir zur Strasse mit den langen Kurven zurück. Oben, in der Ferne, liegt das Dorf Miramas.

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Rückweg vom Aussichtspunkt der Pulverfabrik

Auf dieser Strasse biegen wir links hinab, um durch einen in den Fels gehauenen Abschnitt zu kommen.

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In den Fels gehauene Strasse und andere unterirdische Anlagen

Wenn die Strasse eine ebene Stelle erreicht, kommen wir zu einer Kreuzung. Biege nun rechts ab und folge dann dem schmaleren Weg geradeaus weiter.

Weiter hinten ermöglicht der trockenere Boden einen Wald, der von der Stieleiche dominiert wird, einer in Südfrankreich eher seltenen Baumart.

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Abbiegen, um zu den unterirdischen Lagerhallen zu gelangen

Wir stossen nun auf den Eingang eines Tunnels mit normalspurigen Gleisen davor und schmalspurigen Gleisen im Inneren.

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Die Zugangsgalerie zu den unterirdischen Lagerhallen

Diese Gänge dienten als Lager. Weitläufige Räume sind durch Gewölbegänge und parallele Korridore miteinander verbunden, die im Falle eines Einsturzes als Fluchtwege dienen.

Nicht alle Gänge wurden verstärkt. Die meisten sind noch im Originalzustand erhalten, da der Kalkstein für diese Methode gut geeignet ist.

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Gleise in der Zugangsgalerie zu den unterirdischen Lagerhäusern

Lüftungsschächte führen zur Oberfläche des Hügels.

Der Boden ist mit Holz gepflastert, um Funkenbildung zu verhindern.

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Plan der unterirdischen Lagerhäuser

Wie so oft finden sich auch hier Spuren einer vergangenen Ära.

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Ein Stromkasten aus den 1960er Jahren

Wir kehren vom Tunneleingang zur Kreuzung zurück und gehen einige Meter geradeaus weiter. Wir erreichen einen grossen, offenen Platz mit Stützmauern auf der linken Seite.

Unterhalb dieser Stützmauern befand sich ein Teil der Oleum-Produktionsanlage. Die Fabrik wurde 1916 erbaut und arbeitete nach einem englischen Herstellungsverfahren, daher auch ihr Beiname Englische Fabrik. Sie galt 1948 als veraltet.

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Standort der Schwefelsäure-Fabrik

Die Mauern im Vauban-Stil sind Stützkonstruktionen, die vor 1914 errichtet wurden, um die Schiesspulverfabrik zu erweitern und neue Werkstätten unterzubringen. Heute ist es kaum vorstellbar, wie beengt die Platzverhältnisse hier Anfang des 20. Jahrhunderts waren.

Mehrere Vogelarten, darunter Turmfalken, nutzen die Öffnungen in den Barbakanen zum Nestbau.

Links befindet sich ein ehemaliges Militärgelände, das noch nicht geräumt ist. Wir gehen dann weiter in Richtung Süden auf der alten asphaltierten Strasse.

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Stützmauern aus der Zeit vor 1914 unter dem Aussichtspunkt

Abschnitt 5: Monument aux morts

2,2 km ... 30 min 10 m 10 m mittel

95% Forststrassen, schlechte Markierung

5% Forststrassen, schlechte Markierung

Die Anhaltspunkte

  • Oleumfabrik, 6 m
  • Monumente zu den Unfällen in der Anlage, 1 m
  • Aussichtspunkt auf einem alten Haus, 4 m
  • Portail du Théâtre de Verdure, 2 m

Die Anlagen der Pulverfabrik im nördlichen Teil.

Wir gehen jetzt rechts an einem Zaun entlang.

Unten, nahe dem Étang de Berre, liegt ein mediterranes Feuchtgebiet mit Schilfrohr, Tamarisken und Meerfenchel.

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Die Sümpfe der Pulverfabrik von St. Chamas

Dieses Gebiet ist nicht frei zugänglich.

Die Marschlandschaft weist einen geringen Salzgehalt auf, und seine Grenzen sind variabel. Da die Deiche nicht mehr instand gehalten werden, dehnt sich das Gebiet zu seinen historischen Grenzen aus. Die Bäume vertragen den hohen Salzgehalt nicht und sterben ab.

Wir gehen hier 500 Meter weiter und nehmen dann die erste offene Strasse links, die gerade in einen dichten Wald führt.

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Durchlass für Wildschweine

Nach weiteren 150 Metern kommen wir zu einer Gedenkstätte mit vielen Informationen zur Geschichte der Pulverfabrik gelangen.

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs zwang die französische Regierung zahlreiche Indochinesen zur Kriegsanstrengung und zur Arbeit in den Rüstungs- und Munitionsfabriken. Tausend von ihnen wurden rekrutiert, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, zunächst für die französische Regierung und später unter den Besatzungsmächten. Dieses einzigartige Kapitel in der Geschichte der Pulverfabrik Saint-Chamas wurde untersucht. Es beschreibt die ausbeuterischen, sklavenähnlichen Bedingungen dieser Arbeiter, deren Anwesenheit in Südfrankreich die Einführung des Reisanbaus in der Camargue ermöglichte (Pierre Daum, Immigrés de force. Les travailleurs indochinois en France 1939-1952, coll. Archives du colonialisme, 2009).

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Informationstafel zu den Unfällen in der Pulverfabrik St. Chamas

Die beiden schwersten Unfälle sind tief im Gedächtnis der Einheimischen verankert, und diese beiden Daten sind auf dem Denkmal an der Unglücksstelle eingraviert.

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Das Denkmal der Pulverfabrik St. Chamas

Mehrere tragische Ereignisse prägten die Geschichte der Pulverfabrik. Die ersten Unfälle beschränkten sich auf wenige Pulvermühlen, und es gab kaum oder gar keine Todesopfer. Dennoch wurde die Gelegenheit genutzt, die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern, auch wenn diese im Vergleich zu heute noch recht rudimentär waren.

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Foto nach der Explosion einer Pulvermühle Ende des 19. Jahrhunderts

Diese Fabriken waren von Bedeutung und Unfälle wurden daher fotografisch dokumentiert, zu einer Zeit, als dies noch nicht üblich war.

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Foto nach der Explosion eines Granulators am 25. Juli 1902

Zwischen diesen beiden Unfällen liegen zwei Jahre, und es ist wahrscheinlich, dass auf beiden Fotos dieselbe Person rechts abgebildet ist.

Diese frühen Unfälle verliefen glimpflich. Die Anlagen und Wände blieben stehen. Das Dach wurde in der Regel abgedeckt.

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Anlage nach der Explosion von 1904

Am 16. November 1936, um 16:42 Uhr, bemerkte der Arbeiter Désiré Bayol Flammen, die aus dem ersten Stock des Gebäudes 104, der Trinitrotoluol-Reinigungsanlage, schlugen. Er eilte sofort nach unten und schlug Alarm. Die Sirene ertönte im gesamten Schiesspulverwerk St. Chamas. Die Arbeiter, die an solche Katastrophen gewöhnt und für deren Bekämpfung geschult waren, organisierten sich unter dem Kommando von Direktor Oberst Laroque. Zahlreiche Pumpen wurden eingesetzt, und das Feuer wurde von allen Seiten eingekesselt. Anlagen in benachbarten Gebäuden wurden geflutet, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Nur zwei Tanks im ersten Stock brannten und stiessen eine dichte, schwarze Rauchwolke aus, die in der gesamten Gegend um den Étang de Berre sichtbar war. Nach fünfzehn Minuten Löscharbeiten schien das Feuer vollständig unter Kontrolle zu sein, der Inhalt der Tanks war bald vollständig verbrannt. In diesem Moment stürzte das Gebäude ein, zusammen mit den anderen, mit Sprengstoff gefüllten und aufgrund der Flammen unzugänglichen Anlagen. Die Druckwelle und die dadurch entstandene Explosion lösten mehrere Tonnen des Sprengstoffs aus, den die Arbeiter Tolit nennen.

Bei dieser Explosion starben 53 Menschen, darunter 6 Offiziere, der Direktor, 7 Agenten und 40 Arbeiter, und mehr als 200 wurden verletzt. Eine Katastrophe dieses Ausmasses war im Bereich der Pulverproduktion beispiellos.

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Luftbild des Kraters der Explosion vom 16. November 1936

Die Produktion von Schwarzpulver war damals technisch veraltet und wurde zugunsten der Herstellung nitrierter Sprengstoffe wie Tolit zurückgefahren. Die Brandursache ist unbekannt (Kurzschluss?). Das Feuer führte zum Einsturz des Gebäudes und konzentrierte so den Tolit, was schliesslich zur Explosion führte. Es handelte sich um eine Kettenreaktion, deren Schweregrad durch schnelleres Eingreifen hätte verringert werden können. Es gab zwar Sicherheitsvorkehrungen, diese reichten aber nicht aus: Rauchverbot, vorgeschriebene Schutzkleidung und Holzschuhe sowie Anweisungen zur Maschinenbedienung.

Der Schaden ist weitaus grösser. Eine Wiederaufnahme der Arbeit ist unmöglich, da zu viele Arbeiter fehlen und zu viele Gebäude zerstört sind.

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Foto nach der Explosion von 1936

Das Unglück von 1936 löste eine nationale Trauerfeier aus. Präsident Albert Lebrun nahm zusammen mit 15000 Menschen an den Zeremonien teil.

Derselbe Präsident ist in einer Karikatur in einem Steinbruch dargestellt, der an einem Wanderweg mit atemberaubendem Blick auf Les Baux liegt.

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Präsident Albert Lebrun während dem Staatsbegräbnis vor Ort

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg ereigneten sich weiterhin Unfälle.

Wir verlassen das Denkmal für die Opfer der Pulverfabrikunfälle und fahren in Richtung Étang de Berre, aber wir nehmen kurz vor der Strsse den Waldweg auf der linken Seite.

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Foto nach der Explosion vom 19. April 1946

Der reichliche Sonnenschein in Verbindung mit der durch die Kanäle bedingten aussergewöhnlichen Luftfeuchtigkeit hat die Entwicklung und Entstehung eines feuchtigkeitsliebenden Waldes begünstigt. Dieser bildet das grüne Herzstück des Gebiets, wo Eschen, Ulmen, Ahorne, Weiden, Stieleichen, Platanen, Linden und auch Sumpfzypressen prächtig gedeihen. Letztere wurden Ende des 19. Jahrhunderts entlang der neuen Strassen auf dem vom Schiesspulverwerk am Étang de Berre zurückgewonnenen Land angepflanzt und 2002 neu ergänzt.

Die Sumpfzypresse stammt aus dem Südosten der Vereinigten Staaten. Ihr Holz ist sehr haltbar. Ihr charakteristisches Merkmal sind die Atemwurzeln (Pneumatophoren), die wie Stalagmiten aus dem Boden um ihren Stamm wachsen. Dieses Atmungssystem der Sumpfzypresse nutzt die Wurzeln und ist eine Anpassungsform in Überschwemmungsgebieten

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Pneumatophoren der Sumpfzypresse

Hinter den Zypressen geht es weiter Richtung Süden, und wir nutzen die erste Gelegenheit, die Strasse am Teichrand zu erreichen, der wir in gleicher Richtung folgen. Wir passieren einen ersten Aussichtspunkt auf Bodenhöhe, finden aber etwas weiter einen besseren.

Auf dem Dach eines ehemaligen Gebäudes befindet sich heute eine Terrasse zur Vogelbeobachtung.

Zwischen 1887 und 1990 transportierte die Schiesspulverfabrik 3413 Tonnen Sprengstoff per Schiff und 229 Tonnen per Bahn. Ende des 19. Jahrhunderts beschleunigte die Explosion eines Schiesspulverschiffs im Hafen von Marseille die Entwicklung des Schienenverkehrs. Ein neun Kilometer langes Schienennetz durchzieht das Gelände und verbindet alle Depots und Werkstätten. Eine Strecke, die ausschliesslich von der Pulverfabrik genutzt wurde, verband den Bahnhof Miramas mit dem Hafen von Saint-Chamas, von wo aus das Schiesspulver in alle Richtungen verschifft wurde.

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Aussichtsterrasse eines ehemaligen Gebäudes der Pulverfabrik von St. Chamas

Das Gelände der ehemaligen Pulverfabrik ist Heimat von über 150 Vogelarten, von welchen etwa sechzig dort brüten. Die beste Zeit für Vogelbeobachtungen ist der frühe Frühling.

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Blick von der Aussichtsterrasse

Die Pulvermühle ist ein wichtiges Winterquartier für Wasservögel: Stockenten, Brandgänse, Blässhühner, Haubentaucher, Kormorane, Flamingos usw. Seit 2006 nisten hier Störche. Auch Blauracken, Bienenfresser, Wiedehopfe, Fischadler und Uhus sind hier anzutreffen. Das Gebiet bietet zudem zahlreichen Fledermausarten, Teichmolchen, Sumpfschildkröten sowie einer Vielzahl von Insekten, darunter einer sehr lebhaften Libellenpopulation, Schutz. Wildschweine, Füchse und Nutrier gehören zu den wenigen Säugetieren, die sich hier aufhalten.

Wir kehren zur Strasse am Teichrand zurück, gehen weiter nach Süden und biegen dann links ab, um wieder auf den Hauptweg zu gelangen. Hier biegen wir rechts ab, um unter den Pulvermühlen hindurchzugehen, die wir zu Beginn gesehen haben.

Wir gehen wieder durch das Tor hinaus, durch welches wir hereingekommen sind, und steigen links in den vernachlässigten Park.

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Blick von der Aussichtsterrasse eines ehemaligen Gebäudes der Pulverfabrik von St. Chamas

Aufmerksame Besucher werden auf den alten Karten bemerkt haben, dass sich die Anlagen auch näher an der Stadt befinden. Ähnliche Rampen führen hinauf zur Felswand, der Zugang ist jedoch wegen einer dort betriebenen Taubenvoliere versperrt.

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Treppe zu den alten Schwarzpulverhämmern

Wir kehren daher zum Bereich zwischen dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik und der Stadt zurück. Hier befanden sich die Verwaltung der Pulverfabrik sowie das Hauptquartier der Armee, die das Gelände verwaltete.

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Ausgang der Pulverfabrik über die Place de Gaulle

Bevor die Pulverfabrik errichtet wurde, gab es in Saint-Chamas wasserbetriebene Getreidemühlen. Die Ingenieure Ludwigs XIV nutzten dieselbe Wasserkraft und den Höhenunterschied zwischen Kanal und Gelände, um mit Fallhämmern Schiesspulver herzustellen.

Teile der Getreidemühlengebäude sind noch erhalten, werden aber heute in Privatbesitz bewohnt.

Nach dem Verlassen des Geländes kehren wir zum Ausgangspunkt zurück.

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Gebäude zwischen den alten Pulvermühlen und den Getreidemühlen

Quelle und weiterführende Info

Mit guten topographischen Wanderkarten ist man besser unterwegs: Diese Tour befindet sich auf der Karte IGN "Salon-de-Provence, Miramas", Massstab 1:25000, 3143OT.

Wenn du dich nicht mit einer Papierkarte herumschlagen willst, kannst du auch auf Karten-Apps am Handy zurückgreifen. Einerseits handelt es sich um die App Cartes IGN des amtlichen Kartendienstes. Allerdings benötigt es Zugang zum Datennetz und das ist in Schluchten oder abgelegenen Orten manchmal schwierig.

Alternativ kann man Apps nutzen, die Daten direkt auf dem Gerät speichern. Sie sind im Allgemeinen nicht kostenlos, kosten aber nicht viel. Wir verwenden hauptsächlich OSMAnd, Hier ist es möglich, Konturlinien, Reliefschattierungen, Markierungen und andere hinzuzufügen. Um diese Daten auf dem Handy zu speichern, benötigt man viel Platz.

Natürlich braucht es auch Zugang zu Satelliten für das GPS-Signal mit jeder App. In einigen Schluchten ist dies nicht der Fall. Verlasse dich daher nicht auf die angezeigte Position, sondern lies die Karte auf dem Handy so, wie du sie auf Papier lesen würdest. Die meisten Apps sind für Android und iPhone verfügbar. Die Anwendungen ermöglichen es in der Regel, die zurückgelegte Strecke aufzuzeichnen und auch die angebotenen GPS-Dateien zu jeder unserer Wanderungen einzublenden.

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Photo von Isidore Aubert/ECPAD/Défense (Quelle) unter der Lizenz PD am Stichtag 6. November 2025 hier ebenso übernommen. Vervielfältigung ohne schriftlicher Zustimmung des Autors zulässig. (id8197)
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Neubau der Fabrik im Jahr 1916

Hinweis

Die Informationen zu diese Wanderung wurden mit grösster Sorgfalt 2025 erhoben. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Solltest du Fehler finden, kontaktiere bitte den Autor der Webseite, Danke!