Der Hügel Sainte Anne oberhalb von Lambesc
Historische und kulturelle Sehenswürdigkeit
30 min
Kapelle
Man kommt hier zweifellos wegen der Kapelle Sainte-Anne de Goiron her, doch auf dem Weg dorthin kommt man auch an Höhlenwohnungen vorbei, denen Gebäude vorgelagert sindm sowie eine Gedenkstätte für den Widerstand gegen Nazideutschland. Es gibt also drei Orte, die sehr nahe beieinander liegen und die es zu würdigen gilt.
Anfahrt mit dem Auto
Der Ort liegt mehr als 6 Kilometer und 280 Höhenmeter von Lambesc entfernt, dem nächstgelegenen Ort, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Markierte Wanderwege verbinden Lambesc mit Sainte-Anne, doch da sie den Strassen folgen, ist eine Wanderung zu Fuss wirklich nicht zu empfehlen.
Sainte Anne liegt in einem Waldgebiet zwischen Salon-de-Provence, Aix-en-Provence und der Durance im Norden. Die Anfahrt erfolgt in jedem Fall über Lambesc. Wenn wir über Hauptverkehrsstrassen wie die D15 oder die D7N anreisen, müssen wir diese verlassen und in den nördlichen Teil der Altstadt von Lambesc fahren, um auf die Route de la Roque-d'Anthéron D67A abzubiegen. Am Sattel Col Sainte-Anne biegt man links ab (Schild Monuments aux Héros et Martyrs de la Résistance). Die Strasse führt bergauf, und nach einer Haarnadelkurve nach rechts kommt man an den Gebäuden vor den Höhlenwohnungen vorbei. Etwas weiter entfernt befindet sich der Parkplatz unterhalb des Denkmals der Résistance.
Die Höhlenwohnungen befinden sich also etwas vor dem Parkplatz, man kann am Strassenrand anhalten, um sie sich anzusehen. Zwei gesicherte Ruinen kennzeichnen sie. Der Eingang ist verbarrikadiert.
Diese Höhlen dienten während des gesamten Mittelalters und möglicherweise auch schon früher als Zufluchtsort in verschiedenen Kriegen. Sie dienen den Pilgern der Kapelle als Unterschlupf. Diese Stätten wurden in der zweiten Hälfte des Zweiten Weltkriegs auch von der Résistance genutzt. Man suchte nach abgelegenen Orten mit dichter Vegetation und versteckten natürlichen Höhlen, all dies findet sich auf diesem Hügel.
Maquis de Sainte-Anne ist der Name der französischen Widerstandsbewegung gegen die deutschen Nazi-Besatzer in der Bergkette Chaîne des Côtes. Es handelt sich um etwa 350 Männer aus den Dörfern Rognes, Lambesc, La Roque-d’Anthéron und Charleval. Sie versammelten sich hier bereits ab dem 5. Juni 1944. Wir befinden uns mitten in den Verteidigungskämpfen gegen die Deutschen, in denen deren Aktionen massiv eskalieren.
Am 11. Juni 1944 reagieren die Maquisards, indem sie bei einer Strassenkontrolle einen deutschen Soldaten töten. Die Vergeltungsmassnahmen sind massiv. Die Männer aus Lambesc werden wahllos verhaftet und der Zugang zum Massif des Costes wird gesperrt. Diese Hügel werden am 12. Juni 1944 eingenommen. Die Widerstandskämpfer werden im Zuge des Vormarsches der Nazi-Truppen hingerichtet.
Die Informationen, die die Einkreisung des Plateaus von Manivert ermöglichten, stammen von dem Kollaborateur Erick (deutscher Deckname), der für den Chef der Gestapo von Marseille, Ernst Ducker, arbeitet. Dieser Nazi-Agent wird Anfang August 1944 von Ducker erschossen, der die finanziellen Forderungen des Agenten satt hat.
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Das Denkmal steht auf einer Lichtung. Es ist eines der bedeutendsten Denkmäler im Departement Bouches-du-Rhône, das der Résistance gewidmet ist. Der Bau des Denkmals begann im Juni 1945, die offizielle Einweihung fand am 16. Juni 1946 statt.
Jedes Jahr am 12. Juni finden dort Gedenkfeiern statt.
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Unterhalb des grossen Denkmals und näher am Parkplatz befinden sich Stelen und kleinere Grabsteine, die vermutlich vor der Errichtung der grossen Stele weiter oben aufgestellt wurden.
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Die romanische Kapelle wurde bereits im 11. Jahrhundert von den Vorläufern der Mönche von Silvacane in Form eines lateinischen Kreuzes erbaut. Wie andere Kapellen steht auch diese an einer ehemaligen heidnischen Stätte.
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Sie wechselte mehrmals den Besitzer. Unter dem Namen Chapelle Sainte Marie gehörte sie zunächst der Benediktinerabtei Saint André d'Avignon, dann der Zisterzienserabtei von Silvacane und schliesslich dem Domkapitel von Aix.
Im 15. Jahrhundert erhielt sie den Namen Sainte Anne und wurde zu einem Wallfahrtsort, an dem um Regen gebetet wurde.
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Das Dach der Kapelle ist mit Schieferplatten gedeckt, dabei handelt es sich um flache Steine, die aus dem Fels des Plateaus selbst gewonnen wurden. Über dem Chor erhebt sich ein Glockenturm, der heute keine Glocke mehr besitzt.
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Bemerkenswert sind die direkt in den Fels gehauenen Gräber, die rund um die Kapelle liegen.
Um das Sakralgebäude herum befinden sich zudem überdachte Höhlen, die den Pilgern als Unterkunft dienten. Ausserdem sind Wasserleitungen und eine Zisterne vorhanden, die von der Nutzung des Ortes zeugen.
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